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Kunst · Klasse 7 · Lektion 9

Skulptur und dreidimensionales Gestalten

🎯 Lernziele:
  • Du kennst den Unterschied zwischen Relief und Vollplastik.
  • Du weißt, welche Materialien für dreidimensionale Kunstwerke verwendet werden.
  • Du kannst die additive und subtraktive Methode des Formens erklären.

Was ist Plastik und Skulptur?

Im Gegensatz zur Malerei und Zeichnung ist die Plastik ein dreidimensionales Kunstwerk – es hat Höhe, Breite und Tiefe. Man kann um sie herumgehen und sie von allen Seiten betrachten.

Im Alltag werden die Begriffe "Plastik" und "Skulptur" oft gleichbedeutend verwendet, aber genau genommen gilt:

  • Plastik: durch Hinzufügen von Material geformt (additives Verfahren) – z.B. Ton modellieren, Gips aufbauen.
  • Skulptur: durch Wegnehmen von Material geformt (subtraktives Verfahren) – z.B. aus Stein hauen, aus Holz schnitzen.

Relief und Vollplastik

Ein Relief ist ein dreidimensionales Werk, das aber nur von einer Seite betrachtet werden kann – es hat einen flachen Hintergrund (wie eine Münze). Je nachdem wie weit die Formen hervortreten, unterscheidet man:

  • Flachrelief (Basrelief): Formen treten wenig hervor.
  • Hochrelief: Formen treten stark hervor, fast losgelöst vom Grund.
  • Hinterrelief (Kerbschnitt): Formen werden in die Fläche eingetieft.

Eine Vollplastik ist allseitig ausgearbeitet und kann von allen Seiten betrachtet werden. Beispiele: die Statue des David von Michelangelo, Rodin's "Der Denker".

Materialien und ihre Eigenschaften

  • Ton: Leicht formbar, lässt sich modellieren und in der Schule gut einsetzen. Ton schrumpft beim Trocknen und kann gebrannt werden (Keramik).
  • Papiermaché: Aus Zeitungspapierstreifen und Kleister. Leicht, günstig, kann bemalt werden.
  • Draht: Ermöglicht filigrane, offene Strukturen. Gut für die Darstellung von Bewegung.
  • Holz: Kann geschnitzt (Skulptur) oder aufgebaut werden (Assemblagen).
  • Stein: Das klassische Bildhauermaterial; hart, dauerhaft, erfordert Spezialwerkzeug.
  • Gips: Wird flüssig gegossen und aushärtend; auch als Modelliermas verwendet.

Skulptur in der Kunstgeschichte

Die ältesten bekannten Skulpturen sind über 35.000 Jahre alt (Venus von Hohle Fels). In der Antike schufen Griechen und Römer idealisierte Menschendarstellungen in Marmor. Im Mittelalter dominierten religiöse Skulpturen in Kirchen. In der Moderne sprengten Künstler wie Auguste Rodin (1840–1917) die klassischen Regeln: Seine Oberflächen sind bewusst unfertig, expressiv, voller Leben.

🔬 Interaktive Simulation

Relief vs. Vollplastik

Relief (Frontansicht) Nur Frontansicht sinnvoll Tiefe Vollplastik (3D) Von allen Seiten betrachtbar Additiv (aufbauen) ↔ Subtraktiv (wegnehmen)
Merksatz: Plastik = additiv (aufbauen). Skulptur = subtraktiv (wegnehmen). Relief = nur Frontansicht. Vollplastik = allseitig ausgearbeitet. Ton eignet sich gut für additive Techniken in der Schule.

✏️ Aufgabe

Aufgabe 9: Modelliere aus Ton oder Knetmasse ein einfaches Tier (z.B. Fisch, Vogel, Schildkröte) als Vollplastik. Achte darauf, die Figur von allen Seiten auszuarbeiten. Füge mit einem Zahnstocher oder Stift Textur (Schuppen, Federn) in die Oberfläche ein.

Lösung anzeigen

Guter Prozess: 1) Grundform aus einem Stück Ton formen (kein Anstückeln zu Beginn – Ton reißt beim Trocknen an Verbindungsstellen). 2) Körperteile herausarbeiten, nicht ansetzen. 3) Details zuletzt: Augen mit Stift eindrücken, Textur mit Zahnstocher. 4) Zum Schluss alle Oberflächen glattstreichen oder bewusst texturieren. Ton langsam trocknen lassen (nicht in der Sonne – sonst Risse).

Tipp bei Tonarbeiten: Ton muss gleichmäßig feucht gehalten werden während der Arbeit. Wenn der Ton zu trocken wird, reißt er. Reibe ab und zu mit feuchten Fingern über die Oberfläche. Zu feuchter Ton hingegen klebt und lässt sich schwer formen.
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