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Kunst · Klasse 7 · Lektion 3

Licht, Schatten und Plastizität

🎯 Lernziele:
  • Du kannst Licht- und Schattenbereiche an einem Körper erkennen und zeichnen.
  • Du verstehst den Unterschied zwischen Eigenschatten und Schlagschatten.
  • Du kannst durch Schattierung einem flachen Objekt Volumen verleihen.

Warum brauchen wir Schatten?

Eine Zeichnung ist zunächst flach – sie hat nur zwei Dimensionen (Breite und Höhe). Damit ein Objekt trotzdem dreidimensional wirkt, brauchen wir einen Trick: Schattierung. Durch gezieltes Abdunkeln bestimmter Bereiche täuschen wir dem Betrachter Volumen vor.

Das funktioniert, weil wir aus dem Alltag wissen, wie Licht und Schatten auf Körpern wirken. Unser Gehirn ergänzt die fehlende dritte Dimension automatisch.

Die Lichtquelle

Bevor du einen Gegenstand schattierst, musst du festlegen, woher das Licht kommt. Die Lichtquelle bestimmt alles:

  • Die dem Licht zugewandte Seite ist hell (Lichtteil).
  • Dazwischen liegt ein Übergangsbereich (Halbschatten).
  • Die dem Licht abgewandte Seite ist dunkel (Eigenschatten).
  • Der Schatten, den das Objekt auf den Boden oder andere Flächen wirft, heißt Schlagschatten.
  • Der hellste Punkt auf einer glänzenden Oberfläche heißt Glanzlicht (Reflex).

Kugel als Grundform

Die Kugel ist das ideale Übungsobjekt für Schattierung, weil sie alle Übergänge zeigt: Der Lichtbereich geht weich in den Halbschatten über, der Halbschatten in den Eigenschatten. Es gibt keine harte Kante.

Im Gegensatz dazu hat ein Würfel klare Kanten: Jede Fläche ist gleichmäßig hell oder dunkel, je nach Winkel zur Lichtquelle. Die Übergänge sind scharf.

Schattierungstechniken

Es gibt mehrere Wege, Schattierungen zu erzeugen:

  • Schattierungsschraffur: Parallele Linien, die dichter werden, wo es dunkler sein soll.
  • Wischen/Verwischen: Aufgetragene Kohle oder weicher Bleistift wird mit Finger oder Wischer gleichmäßig verteilt.
  • Tonwertzeichnung: Mit dem Bleistift werden unterschiedlich starke Druckgrade eingesetzt.
  • Lavieren: Tusche wird mit Wasser verdünnt und als Grauton aufgetragen.

🔬 Interaktive Simulation

Kugel mit Licht und Schatten

Licht Glanzlicht Licht Schatten Schlagschatten Würfel: harte Kanten
Merksatz: Licht fällt auf eine Fläche → sie wird hell. Kein Licht → Eigenschatten. Schatten auf anderen Flächen → Schlagschatten. Immer zuerst die Lichtquelle festlegen!

✏️ Aufgabe

Aufgabe 3: Zeichne mit Bleistift einen Kreis (etwa 8 cm Durchmesser). Stelle dir vor, das Licht kommt von links oben. Schattiere die Kugel so, dass sie dreidimensional wirkt. Füge auch einen Schlagschatten nach rechts unten hinzu.

Lösung anzeigen

Vorgehensweise: 1) Kreis zeichnen. 2) Lichtquelle mental links oben festlegen. 3) Rechts unten im Kreis mit dunklem Ton beginnen, nach links oben hin aufhellen. 4) Den Übergang weich verwischen (Finger oder Wischer). 5) Links oben ein kleines weißes Oval für das Glanzlicht freilassen. 6) Rechts unten vom Kreis eine elliptische Schattenform zeichnen und nach rechts hin auslaufen lassen.

Tipp: Drücke beim Schattieren den Bleistift nicht zu stark. Baue die Dunkelheit schrittweise auf – mehrere leichte Schichten sind besser als ein einziger dunkler Strich, den du nicht mehr aufhellen kannst.
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