Psychologie · Klasse 7 · Lektion 3
Lernen und Gedächtnis
- Klassisches und operantes Konditionieren unterscheiden
- Das Drei-Speicher-Modell des Gedächtnisses erklären
- Strategien gegen das Vergessen kennen
Wie lernen wir?
Lernen bedeutet in der Psychologie: eine relativ dauerhafte Veränderung des Verhaltens aufgrund von Erfahrungen. Es gibt verschiedene Arten zu lernen:
- Klassische Konditionierung (Pawlow): Ein neutraler Reiz wird mit einem bedeutsamen Reiz verknüpft. Pawlows Hunde speichelten, wenn sie eine Glocke hörten – weil die Glocke immer vor dem Fressen ertönte.
- Operantes Konditionieren (Skinner): Verhalten, das belohnt wird, wird wiederholt. Verhalten, das bestraft wird, wird seltener. Beispiel: Ein Schüler lernt fleißig, weil gute Noten gelobt werden.
- Lernen am Modell (Bandura): Wir lernen durch Beobachten anderer. Kinder ahmen das Verhalten von Eltern, Freunden und Medienfiguren nach.
Das Gedächtnis und seine Speicher
Das menschliche Gedächtnis funktioniert nicht wie ein Videorekorder. Psychologen unterscheiden drei Speicher:
- Ultrakurzzeitgedächtnis (ikonischer/echoischer Speicher): Hält Sinneseindrücke für Millisekunden fest.
- Kurzzeitgedächtnis (Arbeitsgedächtnis): Fasst nur etwa 7 ± 2 Einheiten. Informationen verschwinden nach Minuten, wenn sie nicht wiederholt werden.
- Langzeitgedächtnis: Kapazität praktisch unbegrenzt. Informationen können ein Leben lang gespeichert bleiben.
Der Übertrag vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis gelingt besser durch Wiederholung, Verknüpfung und emotionale Bedeutung.
Warum vergessen wir?
Vergessen ist normal und sogar nützlich! Ohne Vergessen wäre unser Kopf überlastet. Ursachen:
- Spurenzerfall: Erinnerungen schwächen sich ab, wenn sie nicht genutzt werden.
- Interferenz: Neues Wissen überlagert altes (retroaktive Interferenz) oder umgekehrt.
- Abruffehler: Die Information ist gespeichert, aber der "Schlüssel" zum Abrufen fehlt.
✏️ Aufgabe
Aufgabe: Ein Schüler lernt Spanisch-Vokabeln. Er merkt sich am besten Wörter, die er mit Bildern verknüpft. Welches Lernprinzip nutzt er?
Lösung
Er nutzt die Elaboration – er verknüpft neue Information mit bereits Bekanntem (Bildern). Das erleichtert den Übertrag ins Langzeitgedächtnis.