Politische_Bildung · Klasse 7 · Lektion 4
Föderalismus: Bund und Länder
- Föderalismus verstehen
- Aufgaben der Länder kennen
Deutschland – ein Bundesstaat
Deutschland ist ein Bundesstaat: Es besteht aus dem Bund (Zentralstaat) und 16 Bundesländern, die jeweils eine eigene Verfassung, ein eigenes Parlament (Landtag) und eine eigene Regierung haben. Diese Struktur heißt Föderalismus (von lat. foedus: Bündnis).
Der Föderalismus hat historische Gründe: Deutschland war jahrhundertelang in viele kleine Staaten zersplittert (Heiliges Römisches Reich, Deutscher Bund). Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten die Alliierten und die deutschen Gründungsväter verhindern, dass wieder so viel Macht in einer Hand liegt wie unter Hitler. Der Föderalismus ist deshalb Teil der Ewigkeitsklausel.
Die Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern ist im Grundgesetz geregelt. Der Bund ist zuständig für: Außenpolitik, Verteidigung, Währung (EU), Bundesgesetze, Post/Telekommunikation. Die Länder sind zuständig für: Bildung und Schule (deshalb gibt es 16 verschiedene Schulsysteme!), Polizei, Kultur, Rundfunk (ARD/ZDF-Strukturen). Es gibt auch Gemeinschaftsaufgaben.
Ein wichtiges Instrument der Länder ist der Bundesrat: Dort vertreten die Landesregierungen die Interessen ihrer Länder auf Bundesebene. Bei zustimmungspflichtigen Gesetzen (ca. 40 % aller Bundesgesetze) kann der Bundesrat Bundesgesetze blockieren – das führt oft zu politischen Auseinandersetzungen, wenn Bund und Länder von verschiedenen Parteien regiert werden.
🔬 Interaktive Simulation
✏️ Aufgabe
Aufgaben:1. Was versteht man unter Föderalismus? Warum ist Deutschland ein Bundesstaat?
2. Nenne drei Aufgaben, die allein der Bund hat, und drei, die die Länder haben.
3. Warum hat Deutschland 16 verschiedene Schulsysteme? Ist das ein Vor- oder Nachteil?
4. Was passiert, wenn Bund und Länder von verschiedenen Parteien regiert werden?
5. Erkläre die historischen Gründe für den deutschen Föderalismus nach 1945.