Politische_Bildung · Klasse 7 · Lektion 3
Wahlen und Parteien in Deutschland
- Das Wahlsystem verstehen
- Politische Parteien kennen
Demokratie braucht Wahlen
Wahlen sind das Herzstück der Demokratie. In Deutschland gelten fünf Wahlgrundsätze (Art. 38 GG): Wahlen müssen allgemein (alle dürfen wählen), unmittelbar (direkte Stimmabgabe), frei (kein Zwang), gleich (jede Stimme zählt gleich) und geheim (niemand weiß, wen du gewählt hast) sein.
Das Bundestagswahlrecht ist ein personalisiertes Verhältniswahlrecht: Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Die Erststimme wählt einen Direktkandidaten im Wahlkreis (der Gewinner zieht sicher in den Bundestag ein). Die Zweitstimme wählt eine Partei – sie entscheidet über die Sitzverteilung im Bundestag. Die 5-Prozent-Hürde (oder 3 Direktmandate) verhindert eine Zersplitterung des Parlaments.
Parteien sind nach Art. 21 GG im Grundgesetz verankert. Sie "wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit". Parteien, die die freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpfen, können vom Bundesverfassungsgericht verboten werden (bisher zweimal: KPD 1956, SRP 1952).
Das deutsche Parteiensystem hat sich gewandelt: Von einem Drei-Parteien-System (CDU/CSU, SPD, FDP) in der frühen Bundesrepublik hin zu einem Vielparteiensystem. Heute relevante Parteien: SPD (Sozialdemokraten), CDU/CSU (Christdemokraten), Grüne (Ökologie), FDP (Liberale), Linke (linke Sozialisten), AfD (Rechtspopulisten), BSW (neue Linkspartei).
🔬 Interaktive Simulation
• Allgemein – Alle Deutschen ab 18 Jahren dürfen wählen
• Unmittelbar – Kein Zwischengremium; direkter Einfluss der Wähler
• Frei – Kein Wahlzwang, keine Beeinflussung
• Gleich – Jede Stimme hat dasselbe Gewicht
• Geheim – Die Wahlentscheidung bleibt privat
✏️ Aufgabe
Aufgaben:1. Erkläre die fünf Wahlgrundsätze in eigenen Worten. Warum ist jeder wichtig?
2. Was ist der Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme?
3. Was ist die 5-Prozent-Hürde und warum gibt es sie?
4. Nenne drei deutsche Parteien und ordne sie dem politischen Spektrum zu (links/Mitte/rechts).
5. Ein Kandidat gewinnt seinen Wahlkreis mit 35 % der Erststimmen. Zieht er in den Bundestag ein, auch wenn seine Partei nur 4 % der Zweitstimmen bekommt? Erkläre.