Der Mensch ist Teil der Natur – und verändert sie gleichzeitig wie kein anderes Lebewesen. Diese Spannung prägt alle Fragen um Umwelt, Klimawandel und Verantwortung gegenüber der Erde.
1.1 Schöpfungsverantwortung
Religionen und Natur: Christentum "Macht euch die Erde untertan" (Genesis 1,28) – auch: Bewahrung der Schöpfung als Verantwortung Islam Khalifa (Stellvertreter Gottes) – Mensch als Hüter der Erde, nicht Herrscher Judentum Tikkun Olam (Heilung der Welt) – ethische Verpflichtung zur Weltverbesserung Hinduismus Ahimsa (Gewaltlosigkeit) – Respekt vor allem Leben Buddhismus Mitgefühl für alle Lebewesen, Schutz der Natur als spirituelle Praxis
1.2 Tierethik
Tierethik fragt: Haben Tiere moralische Rechte? Wie dürfen wir mit ihnen umgehen?
Wichtige Positionen: Peter Singer Gleiches Leid verdient gleiche Berücksichtigung (Utilitarian). Speziesismus ist wie Rassismus. Tom Regan Tiere haben eigene Rechte als "Subjekte eines Lebens" – Rechtssubjekte, nicht nur Objekte Traditionell Tiere sind dem Menschen untergeordnet (anthropozentrisches Weltbild) Kant Tiere haben keine Würde, aber Tierquälerei schadet dem menschlichen Charakter
Ethische Frage
Utilitaristische Position
Rechtebasierte Position
Fleischessen
Erlaubt wenn Tiere schmerzfrei leben und sterben
Generell problematisch – Tiere haben Recht auf Leben
Tierversuche
Erlaubt wenn Nutzen für viele größer als Tierleid
Verboten – Tiere können nicht einwilligen
Massentierhaltung
Falsch – verursacht großes Leid ohne Notwendigkeit
Falsch – verletzt Rechte der Tiere als Lebewesen
2. Mensch und Kultur
Kultur (lat. colere = bebauen, pflegen): Alles was der Mensch schafft und das nicht einfach Natur ist – Sprache, Kunst, Religion, Technik, Bräuche, Institutionen. Kultur ist das, was Menschen aus der Natur machen.
2.1 Zwei Deutungen des Verhältnisses Natur–Kultur
Denker
Position
Kernthese
Nietzsche
Kultur als Entfremdung
Zivilisation entfremdet den Menschen von seiner natürlichen Stärke (Apollinisch vs. Dionysisch)
Arnold Gehlen
Mensch als Mängelwesen
Der Mensch ist biologisch unfertig – Kultur ist Kompensation seiner natürlichen Schwächen
Ernst Cassirer
Mensch als animal symbolicum
Das Besondere des Menschen ist die Symbolsprache – Sprache, Kunst, Mythos, Religion
Rousseau
Kultur als Verfall
Natürliche Unschuld geht durch Zivilisation verloren
2.2 Religiöse und kulturelle Rituale
Rituale geben dem Leben Struktur, Bedeutung und Zugehörigkeit: Religiöse Rituale Gebet, Gottesdienst, Pilgern, Fasten (Ramadan, Jom Kippur), Taufe, Hochzeit Säkulare Rituale Geburtstag, Silvester, Schulanfang, Verabschiedungen Jahreskreis Advent/Weihnachten, Ramadan/Eid, Pessach, Diwali, Wesak (Buddhas Geburtstag) Heilige Orte Mekka, Jerusalem, Varanasi, Bodhgaya, Lourdes
3. Der optimierte Mensch
Durch Technik und Medizin verändert der Mensch sich selbst – von der Brille bis zur Gentherapie. Wo sind die ethischen Grenzen?
Eingriff
Art
Ethische Frage
Brille, Herzschrittmacher
Korrigiert Defizite
Unproblematisch – stellt Funktionsfähigkeit her
Schönheitschirurgie
Ästhetische Veränderung
Selbstbestimmung vs. gesellschaftlicher Druck
Leistungssteigernde Medikamente
Enhancement (Verbesserung)
Fairness, Nebenwirkungen, Identität
Pränatale Diagnostik
Vorgeburtliche Selektion
Recht auf Leben, Behinderung als Defizit?
Gentherapie, CRISPR
Eingriff ins Erbgut
Designerbaby-Problem, Eingriff in die Evolution
Transhumanismus
Überwindung biologischer Grenzen
Was ist noch Mensch? Würde, Gleichheit
Transhumanismus: Bewegung die anstrebt menschliche Fähigkeiten durch Technologie grundlegend zu verbessern – Lebenserwartung steigern, kognitive Fähigkeiten erweitern, Krankheiten eliminieren. Kritik: Würde und Gleichheit – wer hat Zugang? Was ist noch "menschlich"?
4. Übungen – Welt gestalten
🧠 Multiple Choice – Natur, Kultur und Ethik (14 Fragen)
Frage 1 von 140 %
1. Was versteht Peter Singer unter "Speziesismus"?
Singer ("Animal Liberation", 1975): Speziesismus = Diskriminierung aufgrund der Artzugehörigkeit. Wenn Leidensfähigkeit moralisch relevant ist (Utilitarismus), müssen auch Tiere mit ähnlicher Leidensfähigkeit berücksichtigt werden. Gleiches Leid = gleiche moralische Berücksichtigung. Speziesismus ist für Singer so unvertretbar wie Rassismus oder Sexismus.
2. Was meinte Arnold Gehlen mit dem "Mängelwesen" Mensch?
Gehlen (1904–1976): Im Vergleich zu Tieren ist der Mensch biologisch unfertig – keine Spezialisierung, lange Hilflosigkeit, keine Instinktsicherheit. Aber: Gerade diese Offenheit macht Kultur nötig. Kultur ist die natürliche Antwort des Mängelwesens auf seine biologischen Defizite. Technik, Institutionen, Bräuche: Prothesen für die menschliche Schwäche.
3. Was ist "Tikkun Olam" im Judentum?
Tikkun Olam (hebr. = Reparatur der Welt): Rabbinisches Konzept. Verpflichtung zur aktiven Verbesserung der Welt. Ethik, Gerechtigkeit, Armenhilfe als religiöse Pflichten. Moderner: Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit als Tikkun Olam. Verbindet jüdische Religiosität mit politisch-sozialem Engagement.
4. Was ist "Ahimsa" im Hinduismus und Buddhismus?
Ahimsa (Sanskrit = Nicht-Schaden): Zentrales ethisches Prinzip in Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. Gandhi machte Ahimsa weltberühmt als politisches Prinzip des gewaltlosen Widerstands. Im Alltag: Vegetarismus, Respekt vor Insekten (Jainismus trägt Masken um keine Fliegen einzuatmen). Grundlage einer Ethik die alle Lebewesen einschließt.
5. Was ist "Transhumanismus"?
Transhumanismus: Technologische Überwindung menschlicher biologischer Grenzen. Ziele: Lebenserwerlängerung, kognitive Steigerung (Brain-Computer-Interface), Heilung von Krankheiten durch Gentechnik, eventuell digitale Unsterblichkeit. Kritik: Würde (was ist noch Mensch?), Gleichheit (wer hat Zugang?), Kontrollverlust. Verfechter: Ray Kurzweil, Nick Bostrom.
6. Was ist "Kultur" im anthropologischen Sinne?
Kulturbegriff (weit): Anthropologisch = alles vom Menschen Geschaffene und Gestaltete. Unterschied zu Natur. Cassirer: Mensch als "animal symbolicum" – er lebt in Symbolsystemen (Sprache, Kunst, Mythos). Soziologisch: Werte, Normen, Deutungsmuster einer Gesellschaft. Kulturen sind verschieden – aber alle Menschen sind Kulturwesen.
7. Was ist die ethische Frage bei der Schönheitschirurgie?
Schönheitschirurgie: Selbstbestimmung: Jeder darf mit seinem Körper machen was er möchte. Aber: Ist die Entscheidung wirklich frei oder durch gesellschaftlichen Schönheitsdruck geformt? Körperbild und Medien. Risiken: gesundheitliche Komplikationen. Identitätsfrage: Werde ich noch ich selbst? Religiöse Sicht: Körper als Schöpfung Gottes, nicht beliebig veränderbar.
8. Was besagt das Prinzip der "Nachhaltigkeit"?
Nachhaltigkeit: Brundtland-Definition (1987): "Entwicklung die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu gefährden ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen." Drei Dimensionen: ökologisch, ökonomisch, sozial. Beispiele: erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft, fairer Handel. SDGs der UN (17 Nachhaltigkeitsziele).
9. Was ist das "Designerbaby-Problem"?
Designerbaby: Durch CRISPR-Gentechnik könnten Eltern Merkmale ihrer Kinder vorwählen (Gesundheit, Intelligenz, Aussehen). Ethische Probleme: (1) Eingriff in das Erbgut künftiger Generationen ohne deren Einwilligung. (2) Eugenik-Gefahr: Selektion nach gewünschten Merkmalen. (3) Soziale Ungleichheit: nur Reiche können sich "verbesserte" Kinder leisten. (4) Verlust der Akzeptanz von Anderssein und Behinderung.
10. Was ist "Heilige Orte" in Religionen und welche Funktion haben sie?
Heilige Orte: Mekka (Islam, Pflichtpilgerfahrt/Hadsch), Jerusalem (Christentum, Islam, Judentum), Varanasi (Hinduismus, heiligste Stadt am Ganges), Bodhgaya (Buddhismus, Ort der Erleuchtung Buddhas), Lourdes (Katholizismus, Marienerscheinung). Funktion: Ort der Gottesnähe, Pilgerfahrt als spirituelle Transformation, Gemeinschaft der Gläubigen.
11. Was sind "religiöse Rituale" und welche Funktion haben sie?
Rituale: Wiederholte, symbolische Handlungen. Funktionen: Gemeinschaft stiften (wir gehören dazu), Übergänge markieren (Taufe, Beerdigung, Hochzeit), das Heilige im Alltag präsent halten, Sinn und Struktur geben. Religiöse Rituale: Gebet, Gottesdienst, Fasten, Pilgern. Säkulare Rituale: Geburtstag, Nationalhymne, Silvester. Beide strukturieren Zeit und Gemeinschaft.
12. Was versteht man unter "Enhancement"?
Enhancement (engl. = Verbesserung): Steigerung normaler Fähigkeiten über das durchschnittliche Maß. Kognitives Enhancement: Ritalin für Leistungssteigerung (Neuroenhancement). Körperliches Enhancement: Doping, Gentherapie. Ethische Fragen: Fairness (alle gleich verfügbar?), Gesundheitsrisiken, Druck auf Nicht-Nutzer, Identitätsfragen. Unterschied zu Therapie: Therapie heilt Krankheit, Enhancement verbessert Gesundes.
13. Was ist das Konzept der "Khalifa" im Islam?
Khalifa (arab. = Stellvertreter, Nachfolger): Koran (2:30): Gott macht Menschen zu Stellvertretern auf Erden. Bedeutung: Menschen sind Verwalter der Erde, nicht Eigentümer. Verantwortung für gerechte Nutzung der Schöpfung. Umweltethische Konsequenz: Ökologische Verantwortung als islamische Pflicht. Ähnlich: Christliche Bewahrung der Schöpfung.
14. Was ist "Speziesismus" und warum kritisiert Singer ihn?
Singer: Wenn Leidensfähigkeit moralisch zählt, muss sie bei Tieren gleich berücksichtigt werden wie bei Menschen. Speziesismus = Diskriminierung durch Artzugehörigkeit. Analog zu Rassismus (Hautfarbe) oder Sexismus (Geschlecht). Konsequenz: Massentierhaltung, Tierversuche für Kosmetik ethisch falsch. Nicht alle Tierversuche, nicht alle Fleischessen – aber Leid muss in die Kalkulation.
✏️ Lückentext: Tierethik und Natur
Die philosophische Disziplin die fragt wie wir mit Tieren umgehen dürfen heißt . Peter Singer kritisiert den – die ungerechtfertigte Bevorzugung der eigenen Art. Im Hinduismus und Buddhismus heißt das Prinzip der Gewaltlosigkeit . Das jüdische Konzept der Heilung der Welt durch ethisches Handeln heißt .
✏️ Lückentext: Kultur und Mensch
Arnold Gehlen bezeichnete den Menschen als biologisch unfertiges "". Ernst Cassirer sah im Menschen ein "" – ein symbolgebrauchendes Wesen. Der Begriff umfasst alles was der Mensch schafft und gestaltet. Das islamische Konzept des Menschen als Hüter der Erde heißt .
✏️ Lückentext: Technik und Enhancement
Die technische Steigerung menschlicher Fähigkeiten über das normale Maß hinaus heißt . Die Bewegung die biologische Grenzen des Menschen durch Technologie überwinden möchte heißt . Das ethische Problem der gezielten genetischen Auswahl von Merkmalen bei Embryonen heißt -Problem. Das Prinzip der fordert Ressourcennutzung die auch Zukunftsgenerationen ermöglicht ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
✏️ Lückentext: Rituale und heilige Orte
Symbolische Handlungen die Gemeinschaft stiften und Übergänge markieren heißen . Der wichtigste heilige Ort des Islam ist . Für drei Weltreligionen gleichzeitig heilig ist . Die Pilgerfahrt muslimischer Gläubiger nach Mekka heißt . Der Ort der Erleuchtung Buddhas im heutigen Indien heißt .
✅✗ Richtig oder Falsch: Natur und Kultur
1. Peter Singer lehnt jeden Fleischkonsum kategorisch ab.
Falsch! Singers Position ist nuancierter: Wenn Tiere ohne Schmerz und gut gehalten werden, kann Fleischessen moralisch vertretbar sein. Was er ablehnt ist massenhaftes Tierleid ohne Notwendigkeit (Massentierhaltung, Tierversuche für Kosmetik).
2. Im Islam gilt der Mensch als Khalifa – als Hüter und Stellvertreter Gottes auf Erden.
Richtig! Khalifa: Mensch ist Verwalter der Erde, nicht Eigentümer. Daraus folgt ökologische Verantwortung als islamische Pflicht. Ähnlich: Christliche Bewahrung der Schöpfung.
3. Arnold Gehlen sah im Menschen ein vollständig entwickeltes Naturwesen.
Falsch! Gehlen sah den Menschen als Mängelwesen: biologisch unfertig, ohne Instinktsicherheit, hilflos bei Geburt. Gerade deshalb muss der Mensch Kultur schaffen – als Kompensation seiner natürlichen Defizite.
4. Nachhaltigkeit bedeutet Ressourcen so zu nutzen dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse ebenfalls erfüllen können.
Richtig! Brundtland-Kommission (1987): Nachhaltige Entwicklung befriedigt heutige Bedürfnisse ohne künftige Generationen zu gefährden. Drei Dimensionen: ökologisch, ökonomisch, sozial.
5. Schönheitschirurgie ist aus ethischer Sicht vollkommen unproblematisch.
Falsch! Es gibt ethische Fragen: Ist die Entscheidung wirklich frei oder gesellschaftlich erzwungen? Gesundheitsrisiken. Körperbild und Medien. Religiöse Perspektiven (Körper als Schöpfung). Das bedeutet nicht dass sie verboten sein soll, aber sie wirft ethische Fragen auf.
6. Ahimsa ist ein Gewaltlosigkeitsprinzip das in Hinduismus und Buddhismus zentral ist.
Richtig! Ahimsa (Sanskrit = Nicht-Schaden) gilt in Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. Gandhi machte es als politisches Prinzip weltberühmt. Im Alltag: Vegetarismus, Respekt vor allem Leben.
✅✗ Richtig oder Falsch: Technik und Enhancement
1. Transhumanismus ist eine religiöse Bewegung die das Jenseits anstrebt.
Falsch! Transhumanismus ist eine säkulare, technologische Bewegung: Überwindung biologischer Grenzen durch Technik (Gentechnik, KI, Cyborg-Erweiterungen). Ziele: Lebenserwartung verlängern, Krankheiten eliminieren, kognitive Fähigkeiten steigern.
2. Das "Designerbaby-Problem" betrifft die gezielte genetische Veränderung von Embryonen.
Richtig! Durch CRISPR-Gentechnik könnte man Merkmale von Embryonen beeinflussen. Ethische Probleme: kein Einverständnis des künftigen Kindes, Eugenik-Gefahr, soziale Ungleichheit, Verlust der Akzeptanz von Anderssein.
3. Enhancement bezeichnet die Behandlung von Krankheiten mit Medikamenten.
Falsch! Enhancement = Steigerung normaler (nicht kranker) Fähigkeiten über das durchschnittliche Maß. Therapie heilt Krankheit. Enhancement verbessert Gesundes. Beispiel: Ritalin für Nicht-ADHS-Betroffene zur Leistungssteigerung.
4. Speziesismus bezeichnet laut Peter Singer eine morpolitisch nicht gerechtfertigte Bevorzugung der eigenen Art.
Richtig! Singer: Wenn Leidensfähigkeit moralisch zählt, muss sie gleich berücksichtigt werden unabhängig von der Spezies. Speziesismus = Diskriminierung durch Artzugehörigkeit, analog zu Rassismus.
🔄 Zuordnung: Religionen und Natur
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Begriffe
Christentum (Bewahrung der Schöpfung)
Islam (Khalifa)
Judentum (Tikkun Olam)
Hinduismus (Ahimsa)
Buddhismus (Mitgefühl)
Erklärungen
Mitgefühl für alle Lebewesen als spirituelle Praxis
Gewaltlosigkeit und Respekt vor allem Leben
Mensch als Verwalter der Erde Gottes – Pflicht zur Bewahrung
Mensch als Stellvertreter Gottes – Hüter der Erde, nicht Herrscher
Heilung und Reparatur der Welt durch ethisches Handeln
🔄 Zuordnung: Positionen zur Tierethik
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Begriffe
Peter Singer
Tom Regan
Kant
Traditionell
Erklärungen
Tiere haben keine Würde, aber Tierquälerei schadet dem menschlichen Charakter
Speziesismus ist falsch – gleiches Leid verdient gleiche Berücksichtigung
Tiere sind dem Menschen untergeordnet (anthropozentrisches Weltbild)
Tiere sind Rechtssubjekte – sie haben eigene Rechte als Subjekte eines Lebens
🔄 Zuordnung: Heilige Orte
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Begriffe
Mekka
Jerusalem
Varanasi
Bodhgaya
Lourdes
Erklärungen
Heilig für Christentum, Islam und Judentum – Felsendom, Grabeskirche, Klagemauer
Heiligster Ort des Islam – Ziel der Hadsch-Pilgerfahrt, Kaaba
Christlicher Wallfahrtsort in Frankreich – Marienerscheinungen 1858
Heiligste Stadt des Hinduismus am Ganges – Sterben dort = Moksha
Ort der Erleuchtung Buddhas unter dem Bodhibaum im heutigen Indien
🔄 Sortieren: Eingriffe in den menschlichen Körper – von unproblematisch bis hoch umstritten
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☰ Leistungssteigernde Medikamente ohne Krankheit (Enhancement)
☰ Pränatale Diagnostik mit Konsequenzen für Selektion von Embryonen
☰ Schönheitschirurgie: ästhetische Veränderung auf Wunsch
☰ Brille und Hörgerät: Korrektur von Sinnesdefiziten
☰ CRISPR-Gentherapie: Veränderung des Erbguts in Keimbahnzellen
☰ Herzschrittmacher: lebensnotwendige medizinische Hilfe
🔄 Sortieren: Entwicklung der Tierrechte
Bringe die Elemente in die richtige Reihenfolge – verschieben oder Pfeile nutzen.
☰ 1641: Descartes – Tiere als Automaten ohne Seele und Schmerz
☰ 1983: Tom Regan – "The Case for Animal Rights" – Tiere als Rechtssubjekte
☰ 2002: Deutsches Grundgesetz Art. 20a: Schutz der Tiere als Staatsziel aufgenommen
☰ 1822: Erstes Tierschutzgesetz (Großbritannien)
☰ 1975: Peter Singer – "Animal Liberation" – Beginn der modernen Tierrechtsbewegung
☰ 1789: Bentham – "Die Frage ist nicht, können sie denken? Sondern: können sie leiden?"
🕑 Zeitstrahl: Mensch und Natur – Schlüsseldaten
Bringe die Ereignisse in die richtige zeitliche Reihenfolge (ältestes zuerst).
🕑 1962: Rachel Carson – "Der stumme Frühling" – Beginn der Umweltbewegung
🕑 1992: Erdgipfel Rio de Janeiro – globale Umweltabkommen
🕑 1987: Brundtland-Bericht – Definition von Nachhaltigkeit
🕑 1859: Darwin – Mensch als Teil der Natur durch natürliche Selektion entstanden
🕑 2015: Pariser Klimaabkommen – globale Erwärmung auf 1,5°C begrenzen
🕑 2018: IPCC-Bericht – 12 Jahre für grundlegenden Wandel (Greta Thunberg, Fridays for Future)
🕑 1543: Kopernikus – Mensch verliert seinen Platz im Zentrum des Universums
🕑 1972: Erster Umweltgipfel der UN in Stockholm
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1. Peter Singer kritisiert den Speziesismus weil er Tierversuche grundsätzlich befürwortet.
Singer kritisiert Speziesismus gerade weil er fordert dass Tierleid genauso berücksichtigt werden muss wie menschliches Leid. Tierversuche die viel Leid ohne ausreichenden Nutzen verursachen, sind nach Singer falsch.
2. Khalifa bezeichnet im Islam einen politischen Herrscher der Gott vertritt.
Khalifa im ökologischen Kontext: Alle Menschen sind Hüter der Erde – Verwalter der Schöpfung Gottes. Keine Herrschaft über die Erde, sondern Verantwortung für sie.
3. Arnold Gehlen sah im Menschen ein biologisch vollständig entwickeltes Wesen.
Gehlen: Mensch ist biologisch unfertig (Mängelwesen) – ohne Fell, ohne Instinktsicherheit. Deshalb schafft er Kultur als Kompensation.
4. Transhumanismus strebt das Leben nach dem Tod in religiösem Sinne an.
Transhumanismus ist eine säkulare, technologische Bewegung. Ziel: Lebenserwartung verlängern, kognitive Steigerung, Krankheiten eliminieren – alles durch Technik, nicht durch Religion.
5. Ahimsa ist ein Prinzip der Gewaltanwendung gegenüber Feinden.
Ahimsa = Nicht-Schaden, Gewaltlosigkeit. Respekt vor allem Leben. Gandhi nutzte Ahimsa als Methode des gewaltlosen Widerstands.
⚖️ Dilemma: Darf man Tiere essen?
Situation: Eine Schulklasse diskutiert über Fleischkonsum. Leon sagt: "Tiere können leiden – also ist es falsch, sie zu essen, wenn man nicht muss." Mira antwortet: "Fleischessen ist Teil unserer Kultur und Tradition. Tiere sind doch für den Menschen da." Julia ergänzt: "Es kommt drauf an wie die Tiere gehalten werden – nicht ob, sondern wie."
1. Welche ethischen Positionen vertreten Leon, Mira und Julia?
Leon: Tierleid-Argument (Singer-nahe Position). Wenn Leidensfähigkeit moralisch zählt und Alternativen existieren, ist Fleischessen nicht gerechtfertigt. Mira: Anthropozentrismus und Tradition – Tiere für Menschen, kulturelle Praxis. Julia: Moderate Position – Qualität der Haltung entscheidend, nicht ob Fleisch.
2. Welche ethische Theorie stützt Leons Position?
Utilitar von Peter Singer: Leidensfähigkeit als moralisch relevantes Kriterium. Wenn zwei Wesen ähnlich leiden können, muss ihr Leid gleich berücksichtigt werden. Da wir keine Tiere essen müssen (Alternativen vorhanden) und Massentierhaltung viel Leid verursacht, ist Fleischessen für Singer schwer vertretbar.
3. Welche Position würdest du vertreten und warum?
Verschiedene Antworten möglich. Wichtig: Argumentation. Mögliche Mittelposition: Bewusstes Konsumieren, weniger Fleisch, bessere Tierhaltung. Oder: Konsequenter Vegetarismus/Veganismus aus ethischen Gründen. Oder: Kulturelle Praxis mit Tierwohl-Mindeststandards.
📝 Mini-Klausur: Welt gestalten (18 Punkte)
Gesamt: 18 Punkte
Aufgabe 1 (6 Punkte)
Was ist Tierethik? Vergleiche die Positionen von Singer und Regan. (6 Punkte)
(2P Definition + 2P Singer + 2P Regan) Tierethik: philosophische Frage wie wir mit Tieren umgehen dürfen, ob sie moralische Rechte haben. Singer: utilitaristisch – Leidensfähigkeit entscheidend. Gleiche Leidensfähigkeit = gleiche Berücksichtigung. Speziesismus wie Rassismus. Regan: rechtebasiert – Tiere sind Subjekte eines Lebens mit eigenen Interessen und Rechten, nicht nur Leidensfähigkeit.
Aufgabe 2 (4 Punkte)
Was ist Nachhaltigkeit? Nenne drei Dimensionen. (4 Punkte)
(1P Definition + je 1P Dimension) Nachhaltigkeit: Ressourcen so nutzen dass zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse ebenfalls erfüllen können (Brundtland 1987). Drei Dimensionen: (1) Ökologisch: Natur und Ressourcen schützen. (2) Ökonomisch: Wirtschaft langfristig tragfähig. (3) Sozial: gerechte Gesellschaft für alle.
Aufgabe 3 (4 Punkte)
Was versteht man unter "Enhancement"? Welche ethischen Probleme entstehen? (4 Punkte)
(2P Erklärung + 2P Probleme) Enhancement: Steigerung normaler Fähigkeiten über das durchschnittliche Maß durch Technik/Medikamente. Probleme: (1) Fairness – wer hat Zugang? (2) Gesundheitsrisiken. (3) Druck auf Nicht-Nutzer. (4) Identitätsfragen: Bin ich noch ich selbst?
Aufgabe 4 (4 Punkte)
Welchen Begriff nutzte Gehlen für den Menschen und was meinte er damit? (4 Punkte)
(2P Begriff + 2P Erklärung) Mängelwesen: Gehlen sah den Menschen als biologisch unvollständig – keine Spezialisierung, keine Instinktsicherheit, lange Hilflosigkeit bei Geburt. Gerade diese biologische Offenheit macht Kultur nötig. Kultur ist die natürliche Antwort des Mängelwesens auf seine biologischen Defizite.