LER Klasse 7 · Berlin/Brandenburg · Themenfeld 3.4
Was macht den Menschen zum Menschen? Wie unterscheidet er sich von Tieren? Diese Fragen beschäftigen Philosophen, Religionen und Wissenschaften seit Jahrtausenden – und führen zu sehr verschiedenen Antworten.
| Tradition / Denker | Menschenbild |
|---|---|
| Aristoteles | Mensch als "vernünftiges, soziales Tier" (zoon politikon, zoon logikon) |
| Christentum | Mensch als Ebenbild Gottes (Imago Dei), Würde durch Schöpfung |
| Humanismus (Renaissance) | Mensch als Mittelpunkt, Vernunft und Freiheit als höchste Werte |
| Aufklärung (Kant) | Mensch als autonomes Vernunftwesen, fähig zur Selbstgesetzgebung |
| Darwin / Evolutionstheorie | Mensch als Teil der Natur, durch natürliche Selektion entstanden |
| Marx | Mensch als arbeitsschaffendes, gesellschaftliches Wesen (homo faber) |
| Freud | Mensch als triebgesteuertes Wesen (Es, Ich, Über-Ich) |
| Islam | Mensch als Stellvertreter Gottes auf Erden (Khalifa), verantwortlich für Schöpfung |
| Position | Vertreter | Kernthese |
|---|---|---|
| Gut von Natur | Rousseau | "Edler Wilder": Mensch von Natur gut, durch Gesellschaft verdorben |
| Böse von Natur | Hobbes | "homo homini lupus": Mensch ist dem Menschen ein Wolf – braucht Staat und Gesetz |
| Weder noch | Aristoteles, Locke | Mensch ist neutral, Charakter entsteht durch Erziehung und Erfahrung |
| Erbsünde | Augustinus | Mensch nach Sündenfall von Natur aus sündhaft, braucht Gnade |
| Weder gut noch böse | Buddhismus | Mensch hat Buddha-Natur, kann durch Praxis Erleuchtung erlangen |
| Weltbild | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Mythisch | Welt durch Götterhandeln erklärt | Griechische Götter, nordische Schöpfungsmythen |
| Geozentrisch | Erde im Mittelpunkt des Universums | Ptolemäus (2. Jh. n. Chr.), lange kirchliche Lehre |
| Heliozentrisch | Sonne im Mittelpunkt des Sonnensystems | Kopernikus (1543), Galilei, Kepler |
| Religiös | Gott als Schöpfer und Lenker der Welt | Schöpfungsberichte (Genesis, Sure 2, Rigveda) |
| Naturwissenschaftlich | Welt durch physikalische Gesetze erklärbar | Urknalltheorie, Evolutionstheorie |
| Virtual/Digital | Virtuelle Realitäten als neue Weltebene | Metaverse, Simulationstheorie |
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Monotheismus | Glaube an einen einzigen Gott | Christentum, Islam, Judentum |
| Polytheismus | Glaube an viele Götter | Antike Griechen, Römer, Hinduismus (oberflächlich) |
| Pantheismus | Gott = Natur / Universum (alles ist Gott) | Spinoza, Teile des Hinduismus |
| Deismus | Gott schuf die Welt, greift aber nicht ein | Aufklärer wie Voltaire |
| Atheismus | Überzeugung dass kein Gott existiert | Marx, Feuerbach, viele moderne Menschen |
| Agnostizismus | Gottes Existenz ist nicht beweisbar/widerlegbar | Huxley, viele Zeitgenossen |
| Religion | Heilige Schrift(en) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Christentum | Bibel (AT + NT) | Altes Testament = Tenach des Judentums; NT = Evangelien, Briefe |
| Islam | Koran | Direkte Offenbarung Gottes an Mohammed, auf Arabisch |
| Judentum | Tenach, Talmud | Tenach = Torah + Propheten + Schriften; Talmud = Gesetzesauslegung |
| Hinduismus | Veden, Upanishaden, Bhagavadgita | Veden = älteste religiöse Texte der Menschheit |
| Buddhismus | Tripitaka (Pali-Kanon) | Gesammeltes Werk der Lehrreden Buddhas |
1. Was bedeutet "Imago Dei" im Christentum?
1. Was ist der Koran im Islam?
1. Hobbes glaubte der Mensch sei von Natur aus gut.
2. Im Christentum gilt der Mensch als Ebenbild Gottes (Imago Dei).
3. Darwin lehrte dass der Mensch aus dem Nichts erschaffen wurde.
4. Das geozentrische Weltbild besagt die Erde stehe im Mittelpunkt des Universums.
5. Monotheismus bezeichnet den Glauben an viele Götter.
6. Marx sah den Menschen primär als arbeitsschaffendes, gesellschaftliches Wesen.
1. Agnostizismus bedeutet die feste Überzeugung dass kein Gott existiert.
2. Der Koran gilt im Islam als direkte Offenbarung Gottes an Mohammed.
3. Pantheismus besagt dass Gott die Welt schuf und sich danach zurückzog.
4. Die Veden gelten als die ältesten religiösen Schriften des Hinduismus.
5. Kreationismus und Evolutionstheorie sind problemlos vereinbar.
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1. Rousseau glaubte, der Mensch sei von Natur aus böse und brauche strenge Gesetze.
2. Das geozentrische Weltbild besagt, die Sonne stehe im Mittelpunkt.
3. Monotheismus bezeichnet den Glauben an viele Götter.
4. Der Koran ist die heilige Schrift des Judentums.
5. Agnostizismus bedeutet die feste Überzeugung, dass kein Gott existiert.
Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.— Karl Marx (1818–1883)
1. Was meint Marx mit "Opium des Volkes"? Erkläre in eigenen Worten. (3 Punkte)
2. Nenne ein Argument für und ein Argument gegen Marx Religionskritik. (3 Punkte)
3. Wie würde ein gläubiger Mensch auf dieses Zitat antworten? (3 Punkte)
Gesamt: 20 Punkte
Aufgabe 1 (6 Punkte)
Erkläre drei verschiedene Menschenbilder und nenne je den Denker oder die Tradition. (6 Punkte)
Aufgabe 2 (4 Punkte)
Was ist der Unterschied zwischen Mythos und Logos? Nenne je ein Beispiel. (4 Punkte)
Aufgabe 3 (8 Punkte)
Erkläre vier verschiedene Gottesvorstellungen und ordne je ein Beispiel zu. (8 Punkte)
Aufgabe 4 (2 Punkte)
Welche Aussage machte Kopernikus 1543 und welche Bedeutung hatte sie? (2 Punkte)
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