LER Klasse 7 · Berlin/Brandenburg · Themenfeld 3.1
LER steht für Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde. Es ist ein überkonfessionelles Schulfach in Berlin und Brandenburg. Im LER-Unterricht stellt ihr euch grundlegende Fragen des Lebens: Wer bin ich? Was soll ich tun? Wie will ich leben? Wie gehen Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen miteinander um?
Wie gestalte ich mein Leben? Identität, soziale Beziehungen, Selbsterkenntnis, Bewältigung von Herausforderungen. Bezug: Psychologie und Sozialwissenschaften.
Was ist moralisch richtig oder falsch? Wie begründe ich meine Entscheidungen? Ethische Theorien, Dilemmata, moralisches Urteilen. Bezug: Philosophie.
Was glauben Menschen? Welche Religionen gibt es? Religiöse Rituale, Symbole, Weltanschauungen. Bezug: Religionswissenschaft. Bekenntnisfrei.
Die Frage nach der eigenen Identität ist eine der grundlegendsten Fragen des menschlichen Lebens. Sie beschäftigt Philosophen seit Jahrtausenden und stellt sich jedem Menschen neu – besonders in der Pubertät.
| Innenperspektive (Selbstbild) | Außenperspektive (Fremdbild) |
|---|---|
| Wie ich mich selbst wahrnehme | Wie andere mich wahrnehmen |
| "Ich bin schüchtern" | "Du wirkst auf mich ruhig und überlegt" |
| Oft idealisiert oder selbstkritisch | Kann positiv überraschend sein |
| Basiert auf inneren Gefühlen | Basiert auf beobachtbarem Verhalten |
| Nur du selbst kennst sie vollständig | Andere sehen oft, was wir nicht sehen |
Identität ist kein festes Ding, das man hat oder nicht hat. Sie entwickelt sich ständig weiter. Der Psychologe Erik H. Erikson (1902–1994) beschrieb die menschliche Entwicklung in acht Lebensphasen, jede mit einer Kernaufgabe:
| Phase / Alter | Kernaufgabe | Positive Entwicklung |
|---|---|---|
| Säugling (0–1 J.) | Urvertrauen vs. Urmisstrauen | Hoffnung, Grundvertrauen |
| Kleinkind (1–3 J.) | Autonomie vs. Scham | Wille, Eigenständigkeit |
| Vorschule (3–6 J.) | Initiative vs. Schuldgefühl | Zielstrebigkeit |
| Schulalter (6–12 J.) | Fleiß vs. Minderwertigkeit | Kompetenz, Leistungsgefühl |
| Jugend (12–18 J.) | Identität vs. Rollendiffusion | Treue, klare Identität |
| Frühes Erwachsenenalter | Intimität vs. Isolation | Liebe, tiefe Beziehungen |
| Mittleres Erwachsenenalter | Generativität vs. Stagnation | Fürsorge für andere |
| Hohes Alter | Integrität vs. Verzweiflung | Weisheit, Lebensakzeptanz |
Der Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein ist keine klare Grenze, sondern ein Prozess. In verschiedenen Kulturen gibt es Initiationsriten – Rituale, die diesen Übergang markieren und feiern.
Menschen brauchen Orientierung auf ihrem Lebensweg. Diese kann kommen aus:
1. Was versteht man unter "Identität"?
1. Was ist eine "Weltanschauung"?
1. Identität ist bei der Geburt festgelegt und ändert sich im Laufe des Lebens nicht.
2. Das Selbstbild und das Fremdbild einer Person stimmen immer überein.
3. LER wird bekenntnisfrei unterrichtet – also ohne religiöse Einflussnahme oder Bekenntnis.
4. Nach Maslow ist Selbstverwirklichung das grundlegendste menschliche Bedürfnis.
5. Sokrates wurde wegen der Verführung der Jugend und Gotteslästerung in Athen zum Tode verurteilt.
6. Initiationsriten sind ausschließlich religiöser Natur.
1. Toleranz bedeutet, alle Meinungen und Handlungen als gleichwertig zu akzeptieren.
2. Nilhilismus bezeichnet die Überzeugung dass das Leben keinen objektiven Sinn hat.
3. Spiritualität ist immer mit einer bestimmten Religion verbunden.
4. Werte sind angeboren und können sich im Leben nicht verändern.
5. Im LER-Unterricht gilt das Überwältigungsverbot – Lehrkräfte dürfen ihre Überzeugungen nicht als einzig richtige darstellen.
Ziehe die Begriffe auf die richtige Erklärung oder tippe erst auf Begriff, dann auf Ziel.
Ziehe die Begriffe auf die richtige Erklärung oder tippe erst auf Begriff, dann auf Ziel.
Ziehe die Begriffe auf die richtige Erklärung oder tippe erst auf Begriff, dann auf Ziel.
Bringe die Elemente in die richtige Reihenfolge – verschieben oder Pfeile nutzen.
Bringe die Elemente in die richtige Reihenfolge – verschieben oder Pfeile nutzen.
Bringe die Ereignisse in die richtige zeitliche Reihenfolge (ältestes zuerst).
In den folgenden Aussagen steckt jeweils ein Fehler. Finde den richtigen Begriff.
1. In Maslows Bedürfnispyramide steht die Selbstverwirklichung ganz unten als grundlegendstes Bedürfnis.
2. Sokrates wurde im antiken Rom wegen Gotteslästerung verurteilt.
3. Erikson beschrieb die Identitätsentwicklung in vier Lebensphasen.
4. Bar Mizwa ist ein islamisches Ritual der religiösen Mündigkeit für Jugendliche.
5. Identität ist ein rein biologisch bestimmtes Merkmal das durch die Gene festgelegt wird.
Ich weiß, dass ich nichts weiß.— Sokrates (ca. 470–399 v. Chr.)
1. Was meint Sokrates mit diesem Aussage? Erkläre in eigenen Worten. (3 Punkte)
2. Welchen Bezug hat dieses Zitat zur Identitätsentwicklung von Jugendlichen? (3 Punkte)
3. Stimme oder widerspricht dem Zitat mit einem eigenen Argument. (3 Punkte)
1. Was sind die Argumente dafür, dass Mia sich anpassen soll?
2. Was sind die Argumente dafür, dass Mia authentisch sein soll?
3. Welche Handlungsmöglichkeiten hat Mia? Welche würdest du ihr empfehlen und warum?
Gesamt: 22 Punkte
Aufgabe 1 (8 Punkte)
Was ist Identität? Nenne vier Aspekte die zur Identität gehören und erkläre je kurz. (8 Punkte)
Aufgabe 2 (6 Punkte)
Erkläre Eriksons Modell der Identitätsentwicklung. Welche Phase ist für Jugendliche besonders wichtig? (6 Punkte)
Aufgabe 3 (4 Punkte)
Was ist ein Initiationsritus? Nenne zwei Beispiele aus verschiedenen Kulturen. (4 Punkte)
Aufgabe 4 (4 Punkte)
Was versteht man unter dem "Überwältigungsverbot" im LER-Unterricht? (4 Punkte)
Klicke auf die Karte zum Umdrehen.