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Kunst · Klasse 8 · Lektion 6

Malerei und Maltechniken

🎯 Lernziele:
  • Du kennst die wichtigsten Maltechniken und ihre Merkmale.
  • Du verstehst den Unterschied zwischen Aquarell und deckenden Farben.
  • Du kannst Lasur und Deckfarbenauftrag voneinander unterscheiden.

Was ist Malerei?

Malerei ist das Auftragen von Farbe auf einen Untergrund (Papier, Leinwand, Holz, Wand) mit dem Ziel, ein Bild zu schaffen. Im Gegensatz zur Zeichnung, die mit Linien arbeitet, gestaltet die Malerei vor allem mit Flächen und Farben.

Die Wahl der Maltechnik bestimmt das Aussehen des Bildes grundlegend. Jede Technik hat eigene Regeln, Werkzeuge und Möglichkeiten.

Aquarell

Aquarellfarben sind transparent – man sieht durch die Farbschicht hindurch auf den Untergrund. Das Weiß kommt vom Papier, nicht von der Farbe. Man malt hell auf dunkel, indem man die Farbe verdünnt (mehr Wasser = heller).

Wichtige Aquarelltechniken:

  • Nass-in-nass: Auf nasses Papier malen – die Farben verlaufen weich ineinander.
  • Nass-auf-trocken: Auf trockenes Papier malen – gibt scharfe Kanten.
  • Lasur: Dünne Farbschichten übereinander auftragen, jede Schicht trocknen lassen.

Gouache und Plakafarbe

Gouache (sprich: Guasch) ist eine deckende Wasserfarbe. Im Gegensatz zum Aquarell ist sie nicht transparent – sie überdeckt den Untergrund vollständig. Man kann mit Gouache auch auf dunklem Papier arbeiten und Weiß als eigene Farbe einsetzen.

Acrylfarbe

Acrylfarben sind vielseitig: Sie können dünn wie Aquarell oder dick wie Ölfarbe aufgetragen werden. Sie trocknen schnell, sind wasserfest wenn trocken, und lassen sich übereinander schichten. Für Schüler besonders geeignet, weil sie einfach mit Wasser zu verdünnen und zu reinigen sind.

Lasur vs. Deckfarbe

Ein wichtiges Begriffspaar in der Malerei:

  • Lasur: Dünne, transparente Farbschicht. Unten liegende Schichten scheinen durch. Ergibt feine Übergänge und Tiefenwirkung.
  • Deckend (Impasto): Dicke, opake Farbschicht. Verdeckt alles darunter. Kann Textur erzeugen (z.B. Pinselspuren bei van Gogh).

Viele Meisterwerke nutzen beides: zuerst eine deckende Grundschicht, dann transparente Lasuren für die Feinmodellierung.

🔬 Interaktive Simulation

Maltechniken im Vergleich

Aquarell (transparent) Farben überlagern sich transparent Gouache (deckend) Farben decken vollständig Lasuren (Schichten) Schichten ergeben neue Töne Impasto (pastöser Auftrag) dicke Pinselspuren, Textur sichtbar (z.B. van Gogh)
Merksatz: Aquarell ist transparent – das Papier gibt das Weiß. Gouache ist deckend – man kann auch auf dunklem Grund malen. Lasur = dünn und durchscheinend, Impasto = dick und deckend.

✏️ Aufgabe

Aufgabe 6: Experimentiere mit Aquarellfarben und der Nass-in-nass-Technik: Befeuchte ein A5-Stück Aquarellpapier gleichmäßig mit einem breiten Pinsel. Trage dann sofort zwei Komplementärfarben auf (z.B. Blau und Orange). Beobachte, wie die Farben ineinanderlaufen. Lasse trocknen und beschreibe das Ergebnis.

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Zu beobachten: Die Farben verlaufen weich ineinander, ohne harte Kanten. Im Bereich, wo Komplementärfarben aufeinandertreffen, entsteht ein getrübter Braunton (Komplementärfarben löschen sich gegenseitig aus). Die Übergänge sind organisch und zufällig – genau das ist der Reiz der Nass-in-nass-Technik. Das Ergebnis lässt sich nicht vollständig steuern; das gehört zur Technik dazu.

Tipp zum Aquarellieren: Immer zuerst die hellen Farben auftragen, dann die dunklen. Was einmal dunkel gemalt ist, lässt sich nur schwer aufhellen. Wasser ist dein bestes Werkzeug – je mehr Wasser, desto heller und transparenter die Farbe.
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