Deutsch · Rahmenlehrplan Berlin/Brandenburg · Klasse 7
Literarische Texte werden in drei große Gattungen eingeteilt, die sich in Form, Erzählweise und Wirkung unterscheiden.
| Gattung | Unterformen | Merkmale | Perspektive |
|---|---|---|---|
| Epik (Erzähldichtung) | Roman, Kurzgeschichte, Novelle, Fabel, Parabel, Märchen, Anekdote, Mythos | Ein Erzähler berichtet; Handlung, Figuren, Zeit und Raum; Prosa oder Vers | Erzählerperspektive (variabel) |
| Dramatik (Drama) | Tragödie, Komödie, Tragikomödie, Drama, Theaterstück | Kein Erzähler; Dialog und Monolog; Akte und Szenen; Regieanweisungen; für Aufführung gedacht | Figuren sprechen direkt |
| Lyrik (Gedichtung) | Sonett, Ballade, Haiku, Elegie, Ode, Hymne, Epigramm | Verdichtete Sprache; Vers und Strophe; Reimschema; Metrum; lyrisches Ich; starke Bildlichkeit | Lyrisches Ich / lyrischer Sprecher |
Die Wahl der Erzählperspektive bestimmt, wie viel der Leser erfährt und wie nah er den Figuren ist.
| Perspektive | Erkennungszeichen | Wirkung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Auktorial | "Er wusste nicht, dass sie..." / Kommentare des Erzählers | Überblick, Distanz, Ironie möglich | Thomas Mann, viele Romane des 19. Jh. |
| Personal | Erlebte Rede: "Es war kalt. Was sollte er tun?" | Nähe zur Figur, Identifikation | Kafka, moderne Kurzgeschichten |
| Ich-Erzähler | "Ich" als Erzähler, subjektiv, begrenzt | Unmittelbarkeit, Authentizität | Bildungsromane, Tagebuchromane |
| Neutral | Nur Handlung und Dialog, kein Kommentar | Nüchternheit, Leser zieht Schlüsse | Hemingway-Stil, Drehbücher |
| Begriff | Erklärung | Beispiel |
|---|---|---|
| Erzählzeit | Zeit, die man zum Lesen des Textes braucht | 10 Minuten lesen |
| Erzählte Zeit | Zeitraum der im Text geschilderten Ereignisse | 10 Jahre Romanhandlung |
| Zeitdehnung | Erzählzeit > erzählte Zeit (Zeitlupe) | Eine Sekunde auf 3 Seiten beschrieben |
| Zeitraffung | Erzählzeit < erzählte Zeit (Zeitraffer) | "Drei Jahre vergingen..." (ein Satz) |
| Rückblende | Sprung in die Vergangenheit (Analepse/Flashback) | Figur erinnert sich... |
| Vorausschau | Sprung in die Zukunft (Prolepse) | "Was er damals nicht ahnte..." |
| Zeitdeckung | Erzählzeit = erzählte Zeit (selten, oft Dialog) | Wörtlicher Dialog in Echtzeit |
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Exposition | Einführung der Figuren, des Ortes, der Zeit und des Ausgangskonflikts |
| Steigende Handlung | Konflikt verschärft sich, Spannung wächst |
| Peripetie (Höhepunkt) | Wendepunkt der Handlung – ab hier kippt das Schicksal |
| Retardierendes Moment | Kurze Verzögerung, falsche Hoffnung vor dem Ende |
| Katastrophe / Lösung | Tragödie: Untergang des Helden. Komödie: glückliche Auflösung. |
| Dialog / Monolog | Zwiegespräch / Selbstgespräch einer Figur |
| Protagonist / Antagonist | Haupt-/Gegenspieler – treiben den Konflikt voran |
aabbJe zwei benachbarte Zeilen reimen
a a b b
ababZeilen wechseln sich im Reimen ab
a b a b
abbaÄußere Zeilen umschließen innere
a b b a
aabccbBesondere 6-zeilige Form
a a b c c b
—Kein Reimschema, freier Rhythmus
— — — —
abcEine reimlose Zeile in sonst reimenden Strophen
a a b —
| Name | Schema | Klang | Beispiel (betont = /, unbetont = ×) |
|---|---|---|---|
| Jambus | × / | aufsteigend, lebhaft | × / × / × / – "er GEHT nach HAU se HEIM" |
| Trochäus | / × | fallend, wuchtig | / × / × / × – "RO sa SITZ te AUF dem STEIN" |
| Daktylus | / × × | tänzerisch, fließend | / × × / × × – "HEI li ge NACHT" |
| Anapäst | × × / | treibend, vorwärts | × × / × × / – "und es GLÄNZT ihm der STERN" |
"Das Leben ist ein Traum."
Wirkung: Bedeutungsebenen, Spannung zwischen Bild und Bedeutung
"Er ist stark wie ein Bär."
Wirkung: Expliziter, transparenter als Metapher
"Der Wind seufzt."
Wirkung: Lebendigkeit, emotionalisiert Naturdarstellung
"Milch macht müde Männer munter."
Wirkung: Klangwirkung, Einprägsamkeit, Rhythmus
"Ich war müde. Ich war allein. Ich war fertig."
Wirkung: Eindringlichkeit, Emphase, Aufzählungseffekt
"Komme sofort."
Wirkung: Tempo, Knappheit, Unmittelbarkeit
"Hat das ein Ende?"
Wirkung: Appellwirkung, Betonung, Ironie möglich
Taube = Frieden
Wirkung: Verdichtung, vielschichtige Bedeutung
"Ich habe dir tausendmal gesagt..."
Wirkung: Komik oder Emphase, emotionale Wirkung
"Toll, schon wieder Montag!"
Wirkung: Distanz, Kritik, Komik
"Er kam, sah und siegte."
Wirkung: Steigerungseffekt, dramatische Wirkung
"bitter-süß", "lebender Tod"
Wirkung: Paradoxie, Komplexität, Denkanstoß
1. Was ist die "Peripetie" im Drama?
Ziehe die Begriffe auf die richtige Definition (oder tippe auf Begriff, dann Definition).
Ziehe die Begriffe auf die richtige Definition (oder tippe auf Begriff, dann Definition).
1. Das lyrische Ich ist immer identisch mit dem Autor des Gedichts.
2. Ein Drama hat keinen Erzähler – die Figuren sprechen direkt miteinander.
3. Die "Zeitraffung" bedeutet, dass der Erzähler sehr langsam und detailliert erzählt.
4. Der Kreuzreim folgt dem Schema abab.
5. Eine Metapher enthält immer das Wort "wie" oder "als".
1. Aus welcher Perspektive wird in diesem Auszug erzählt? Belege deine Antwort mit einem Beispiel aus dem Text. (3 Punkte)
2. Analysiere die Sprache des Textes. Welche sprachlichen Mittel fallen auf und welche Wirkung haben sie? (4 Punkte)
3. Was sagt das Ende des Auszugs ("Du hättest ruhig mehr essen können...") über das Verhältnis der Eheleute aus? (3 Punkte)
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Gesamt: 14 Punkte
Aufgabe 1 (6 Punkte)
Was unterscheidet Epik, Dramatik und Lyrik? Nenne je eine Textsorte als Beispiel. (6 Punkte)
Aufgabe 2 (4 Punkte)
Erkläre die Erzählperspektive "personal" und grenze sie von der auktorialen ab. (4 Punkte)
Aufgabe 3 (4 Punkte)
Bestimme die rhetorische Figur und analysiere die Wirkung: "Der Mond schlich sich durch die Wolken." (4 Punkte)